Wir „malen“ mit Licht…

In letzter Zeit habe ich mir öfters Videos und Tutorials von anderen Fotografen angesehen, die ihre Objekte (in meinem Fall das Auto), mit nur einer einzigen Lichtquelle so ausleuchten, wie wenn sie das Auto in einem extra Studio für Autofotografie aufgenommen hätten. Wie gesagt, dies nur mit einer einzigen Lichtquelle!! Nicht mit 25 Lichtwannen und Softboxen in XXXXXL Grösse!


Da ich ja wissbegierig bin was die Fotografie angeht und auch immer wieder neue Techniken ausprobieren will, kam dieser Versuch natürlich auch auf meine „Will ich machen – Liste“…

Gesagt getan…. wieder einmal musste mein eigenes Auto als Versuchsobjekt geduldig hinhalten.

So machte ich mich eines Abends los, in unsere Tiefgarage, bewaffnet mit folgendem Equipment:

- Kamera

- Stativ

- Fernauslöser

- Lampe

 

Die Zeit war zwar etwas knapp, aber ich wollte es einfach versuchen…

 

 

So habe ich mein Auto kurz in die Mitte der Tiefgarage platziert und hoffte, dass jetzt nicht gleich einer der Nachbaren nach Hause kommt, denn für meinen Versuch brauche ich Dunkelheit…

Nach ca. 3 Minuten schaltete das Licht der Tiefgarage ab und nun stand ich dann endlich in völliger Dunkelheit… so, dann los, versuchen wir das ganze mal umzusetzen, was ich in den Videos gesehen habe… lange Belichtungszeit eingestellt so um die 15 Sek. Bei einer Blende von ungefähr 16.

Mit dem Fernauslöser die erste Auslösung der Kamera gestartet… gleich danach das Licht der Lampe eingeschaltet und versucht, in gleichmässigem Tempo einmal das Auto von hinten bis nach vorne angeleuchtet… natürlich habe ich versucht, die 15 Sekunden so einzuteilen, dass ich in der Zeit genau einmal die ganze Seite des Autos angestrahlt habe…

Gespannt bin ich zur Kamera gerannt, um das erste Ergebnis zu begutachten… wow… war nicht mal so schlecht… etwas zu hell… gleich noch ein Versucht… dieses Mal aber die Lampe etwas gedimmt… Kamera ausgelöst und wieder versucht in den 15 Sekunden mein Auto von hinten bis nach vorne sauber und gleichmässig auszuleuchten. Der Verschluss schnappte zu und ich ging gleich wieder zu Kontrolle zur Kamera und habe mir das Resultat angesehen… so habe ich es dann einige Male getestet, bis ich das Gefühl hatte, dass es zeitlich und mit dem Licht passt…

Nun habe ich zuerst den unteren Teil des Autos ausgeleuchtet, dann die mittlere Höhe, oben und zum Schluss noch das Dach. Mir fiel aber auf, dass die 20“ Felgen immer noch etwas zu dunkel waren…. So habe ich diese separat noch einmal ausgeleuchtet.

Als ich dann nach ca. 20 Minuten dass Gefühl hatte, ich habe jetzt alles Bilder im Kasten, auf denen ich mein Auto sauber ausgeleuchtet habe, wurde alles wieder abgebaut und ich machte mich ans Photoshop. Hier werden jetzt mit einer Überlagerungstechnik und Blendenmodus alle Bilder übereinander gestapelt und immer die Bereiche ausgewählt, die man vom jeweiligen Bild benötigt.

Ich war und bin eigentlich noch immer begeistert, dass alles in allem, nach 30 Minuten so ein Resultat entstand… und dies in meiner schnöden und langweiligen Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses. 


 

Nicht schlecht für den ersten Versuch oder?

Aber sehen wir uns das Bild mal etwas genauer und vor allem kritischer an… wir wollen ja aus Fehlern lernen.

- vorne auf der Haube ist es definitiv noch etwas zu dunkel geraten
- bei der hinteren Tür, ist die Belichtung auch nicht ganz optimal

- die hintere Felge ist meiner Meinung nach definitiv schöner ausgeleuchtet als die vordere


Was habe ich daraus gelernt… ich werde nächstes Mal sofern dies möglich ist, das Licht auf ein Rollstativ setzen, um immer dieselbe Höhe und vor allem gaaaaaanz Wichtig, immer dieselbe Distanz einzuhalten zum Objekt. Denn je näher man dem Objekt kommt, desto heller wird es natürlich.

 

 

Mit dem Wissen aus der Tiefgarage habe ich mich einige Tage später dann in der freien Natur bei schönstem Sonnenuntergang versucht… denn ich bin immer noch der Meinung, man muss verschiedene einfach mal ausprobieren um dann zu entscheiden ob die angewandte Technik so auch in anderen Situationen funktioniert.

 


So habe ich mein Equipment ins Auto gestellt und bin mit dem Auto, auf eine Anhöhe in der Nähe von mir zu Hause gefahren. Nun habe ich mit dem Wissen aus dem ersten Versuch in der Tiefgarage mein Auto ausgeleuchtet… hier kommt aber noch der „Faktor Umgebung“ dazu, welche in der Tiefgarage nicht berücksichtigt wurde.

Und dies ist das Resultat meines zweiten Versuchs und dem ersten Versuch im Freien… 

 

 

Ich finde das Resultat ok, für meinen zweiten Versuch, aber noch nicht perfekt… das heisst, ich werde, jetzt wo die Tage kürzer sind bestimmt noch einige Male testen und versuchen diese Technik zu perfektionieren.

Ich halte euch bestimmt auf dem laufenden…